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In der höheren Geometrie ist ein Penterakt ein fünfdimensionaler Hyperwürfel.
Er kann nicht gezeichnet werden, nur in niedrigere Dimensionen projiziert.
Jede Projektion ist notwendigerweise eine Vereinfachung.
Und manchmal entsteht in dieser Vereinfachung ein Bruch:
eine Singularität — ein Punkt, an dem die innere Spannung so groß wird,
dass weitere Vereinfachung die Kohärenz des Ganzen zum Zusammenbruch bringen würde.
Das ist kein Fehler.
Es ist eine strukturelle Grenze.
Das juristische Penterakt-Modell funktioniert auf analoge Weise.
Es ist eine strukturierte Projektion davon, wie wir das Recht analysieren:
in Schichten von Sprache, Kontext, Rechtsordnung, Materie und normativer Grundlage.
Aber auch dieses Modell kennt seinen Bruchpunkt.
Eine Zone, in der weitere Analyse innerhalb einer einzigen Methode nicht mehr erhellt,
sondern wo spezialisierte Expertise oder höhere normative Prüfung notwendig wird.
Diesen Bruchpunkt nennen wir:
die Heyvaertsche Singularität.
Das Penterakt-Modell als Denkinstrument
Das Penterakt-Modell wurde von Peeters Law als methodischer Rahmen entwickelt,
um juristische Argumentation mit maximaler Präzision und Bewusstsein zu strukturieren.
Jeder Fall wird aus fünf miteinander verwobenen Dimensionen betrachtet:
- Sprache und Semantik
- normativer Kontext
- zuständige Rechtsordnung
- materiell anzuwendendes Recht
- zugrundeliegende Prinzipien
Zusammen bilden sie eine kontrollierte Projektion der juristischen Wirklichkeit.
Das Modell fungiert als internes Überprüfungsinstrument,
das darauf abzielt, systematische Denkfehler zu vermeiden
und blinde Flecken aufzudecken.
Aber jedes analytische Modell setzt handhabbare Komplexität voraus.
Und genau dort, wo ein Fall diese Grenze überschreitet,
wird nicht das Modell selbst unzureichend —
sondern die Zusammenarbeit mit spezialisierter Expertise wird notwendig.
Die Singularität: wenn Spezialisierung erforderlich ist
Wenn ein Fall, trotz korrekter Positionierung innerhalb aller fünf Dimensionen,
weiterhin auf fundamentale Spannungen stößt —
auf widersprüchliche Rechtssysteme, normative Konflikte oder jurisdiktionelle Sackgassen —
dann markiert die Heyvaertsche Singularität den Wendepunkt.
Nicht als Versagen,
sondern als Erkennung, wo weitere Expertise beginnt.
Die Singularität bezeichnet jenen Punkt, an dem:
- eine Vorabentscheidung des Gerichtshofs notwendig wird;
- eine verfassungsrechtliche Prüfung durch das Verfassungsgericht erwogen werden muss;
- die Zusammenarbeit mit hochspezialisierten Kollegen oder Akademikern erforderlich ist;
- der Fall eine Eskalation auf eine höhere normative Ebene verlangt.
Dies ist keine Anomalie.
Es ist die Anerkennung der Grenzen generalistischer Analyse
und der Beginn spezialisierter Koordination.
Keine sechste Dimension, sondern ein Wendepunkt
Die Heyvaertsche Singularität ist keine sechste Dimension des Modells.
Sie ist eine strukturelle Grenze in der Projektion selbst.
Sie wird sichtbar, wenn:
- mehrere Rechtssysteme unvereinbare Lösungen bieten;
- normative Prinzipien ohne klare Hierarchie in Konflikt geraten;
- keine einzelne Analysedimension den Fall noch erfassen kann, ohne wesentliche Elemente zu vernachlässigen;
- der Anwalt nicht länger innerhalb eines einzelnen Rechtssystems oder einer Methode argumentieren kann,
und die Koordination mehrerer Expertisen notwendig wird.
An diesem Punkt verlässt man das Standardmodell —
nicht aus Schwäche,
sondern aus beruflicher Notwendigkeit.
In der Praxis: von der Analyse zur Koordination
In unserer Praxis bedeutet dies, dass Peeters Law, wenn die Singularität erreicht wird,
vom ausführenden Anwalt zum koordinierenden Anwalt wechselt.
Zum Beispiel wenn:
- ein grenzüberschreitender Erbfall auf unvereinbare IPR-Regeln aus drei Ländern stößt;
- eine internationale Mitelternschaft keine fertige Lösung innerhalb der geltenden Verträge findet;
- ein gesellschaftsrechtlicher Streit parallele Beratung von Steuerberatern, Notaren und ausländischen Anwälten erfordert.
In solchen Fällen fungiert Peeters Law als Koordinator von Expertise:
die richtigen Spezialisten zusammenbringen,
Kohärenz zwischen ihren Ratschlägen gewährleisten,
und Komplexität in eine praktikable Strategie für den Mandanten übersetzen.
Dies ist kein Versagen unserer Methode.
Es ist eine bewusste Entscheidung, Zusammenarbeit zu suchen,
wo ein einzelner Ansatz unzureichend wäre.
Warum dieser Name?
Diese Singularität trägt den Namen von Alfons Heyvaert
als Erinnerung an eine Methode juristischen Denkens,
die Struktur sucht, sich aber auch unterbrechen kann,
wenn weitere Dissektion nicht mehr erhellt.
Heyvaert — Professor, Anwalt, Denker —
brachte das juristische Denken zurück auf seine Knochenstruktur.
Nicht um zu vereinfachen,
sondern um sichtbar zu machen, wo juristische Institutionen
Grenzen haben, die sie selbst nicht überschreiten können.
Sein Werk — darunter Das Personen- und Familienrecht ent(knochen)t —
zeigt, wie juristische Kategorien funktionieren
als Ordnungsmechanismen mit inhärenten Spannungen.
In diesem Ansatz ist Recht kein neutrales System,
sondern eine strukturierte Ordnung,
die manchmal ihre eigenen Grenzen sichtbar macht.
Wer so schaut, wiederholt nicht die Doktrin.
Er unterbricht sie — vorübergehend, methodisch — um voranzukommen.
Eine notwendige Unterbrechung
Das Penterakt-Modell erhebt keinen Anspruch auf vollständige Wahrheit.
Es bietet Orientierung.
Aber auch dieses Modell muss sich selbst unterbrechen können,
wenn ein Fall mehr als eine Methode verlangt,
mehr als ein Rechtssystem,
mehr als eine Perspektive.
Ein Modell, das sich nicht unterbrechen kann,
verkommt zum Dogma.
Die Heyvaertsche Singularität erinnert uns daran:
Juristisches Denken beginnt von neuem,
wo das Denkinstrument sich selbst zu stoppen wagt,
um Raum für ergänzende Expertise zu schaffen.
Alfons Heyvaert (1936–2024)
Professor. Anwalt. Denker. Lehrer.
Nicht derjenige, der uns lehrte,
was zu denken,
sondern wo zu beginnen:
bei der Frage,
bei der Dissektion der Struktur,
bei der Anerkennung von Grenzen.
Empfohlene Quelle:
Met rede ontleed, de rede ontkleed – Liber Amicorum Alfons Heyvaert,
Antwerpen, Intersentia, 2002.

In der höheren Geometrie ist ein Penterakt ein fünfdimensionaler Hyperwürfel. Man kann ihn nicht zeichnen, sondern nur in niedrigere Dimensionen projizieren. Jede Projektion ist notwendigerweise eine Vereinfachung. Und manchmal entsteht in dieser Vereinfachung ein Bruch: eine Singularität, ein Punkt, an dem die innere Spannung so groß wird, dass die Kohärenz des Ganzen zusammenbricht. Das ist kein Fehler. Es ist eine strukturelle Grenze.
Das juristische Penteract‑Modell funktioniert in ähnlicher Weise. Es ist eine strukturierte Projektion dessen, wie wir Recht analysieren: in Schichten von Sprache, Kontext, Rechtsordnung, materieller Anwendbarkeit und normativem Fundament. Doch auch dieses Modell kennt seinen Bruchpunkt. Einen Bereich, in dem weitere Analyse nicht mehr klärt, sondern sich auflöst. Wo Dissektion keine Klarheit mehr bringt, sondern das System selbst sichtbar versagt. Diesen Bruchpunkt nennen wir die heyvaertsche Singularität.
Das Penteract‑Modell wurde von Peeters Law als methodologischer Rahmen entwickelt, um juristisches Denken mit maximaler Präzision und Bewusstheit zu strukturieren. Jeder Fall wird aus fünf miteinander verknüpften Dimensionen heraus betrachtet:
Sprache und Semantik
Normativer Kontext
Zuständige Rechtsordnung
Materiell anwendbares Recht
Zugrunde liegende Prinzipien
Gemeinsam bilden sie eine kontrollierte Projektion der juristischen Realität. Das Modell dient als internes Prüfwerkzeug, das systematische Denkfehler vermeiden und blinde Flecken aufdecken soll. Doch jedes analytische Modell setzt eine gewisse formale Abgeschlossenheit voraus. Und genau dort, wo das Modell am kohärentesten angewandt wird, kann auch seine Grenze sichtbar werden.
Wenn ein Fall — trotz korrekter Einordnung in alle fünf Dimensionen — weiterhin auf grundlegende Reibung, Asymmetrie, moralische Dissonanz oder strukturelle Ausgrenzung stößt, dann versagt nicht das Modell. Dann zeigt das Recht selbst eine Lücke.
Die heyvaertsche Singularität bezeichnet genau diesen Punkt: eine Projektionszone, in der der juristische Ordnungsrahmen sich selbst unterminiert oder strukturell unzureichend ist. Dies ist keine Einladung zu weiterer Interpretation, sondern ein Aufruf zur systemischen Befragung — durch eine Vorabentscheidungsfrage, eine verfassungsrechtliche Überprüfung oder eine Eskalation zu höheren Normen der Legitimität. Die Singularität verlängert das Denken nicht. Sie unterbricht es — vorübergehend, aber prinzipiell.
Die heyvaertsche Singularität ist keine sechste Dimension an sich. Sie ist eine Fehlerlinie in der Projektion selbst. Sie wird sichtbar, wenn:
• die normative Struktur Ausgrenzung erzeugt, die sie selbst nicht mehr korrigieren kann
• das Recht sich zu seinem eigenen Schutz über Gerechtigkeit stellt
• keine Dimension Ungerechtigkeit erfassen kann, ohne sie zu reduzieren oder zu verschleiern
• der Anwalt nicht mehr innerhalb des Systems plädieren kann, sondern das System selbst ansprechen, unterbrechen oder offenlegen muss
An diesem Punkt verlässt man das Modell — nicht aus Schwäche, sondern aus Notwendigkeit.
Diese Singularität trägt den Namen Alfons Heyvaert nicht als Ehrung, sondern als strukturelle Erinnerung. Heyvaert brachte das juristische Denken auf seine nackte Struktur zurück und hielt dort inne, um sichtbar zu machen, was das Recht verschweigt. Nicht als Theorie, sondern als Methode. Nicht aus Ethik, sondern aus Dissektion. Sein Werk, darunter Het personen- en familierecht ont(k)leed, zeigt, wie juristische Institutionen als Mechanismen der Ordnung, Ausgrenzung und Reproduktion funktionieren. (libstore.ugent.be)
Aus dieser Perspektive ist Recht kein neutrales System oder eine objektive Technik. Es ist eine Sprache, eine Ordnung, ein Mechanismus, der soziale Beziehungen in Normen übersetzt. Die Ehe ist dann keine romantische Institution, sondern eine Verteilung von Rechten und Sicherheiten. Staatsangehörigkeit ist keine Identität, sondern ein rechtliches Zugangstor. Das Rechtssubjekt ist kein freies Individuum, sondern eine Position innerhalb eines Systems, das bestimmt, wer zählt, wer gehört wird und wer Zugang zu Rechten erhält. Wer so schaut, wiederholt keine Doktrin. Er unterbricht sie.
In unserer Praxis findet dieser Ansatz Resonanz — vorsichtig, niemals wörtlich — in jeder Analyse, in der juristische Fiktion auf soziale Realität trifft. Zum Beispiel wenn ein grenzüberschreitender Kooperationsvertrag formal Gleichheit annimmt, materiell aber Abhängigkeiten in Pflege, Arbeit, Eigentum und Zukunftsperspektiven strukturiert. In solchen Momenten lehrt uns Heyvaerts Denken, dass Recht nicht nur angewandt, sondern auch durchdrungen werden muss.
Das Penteract‑Modell beansprucht nicht, die Wahrheit zu besitzen. Es bietet Orientierung. Doch auch dieses Modell muss sich dem Zweifel stellen. Ein Modell, das sich nicht selbst unterbrechen kann, wird zur Doktrin und wird Teil des Problems. Die heyvaertsche Singularität erinnert uns daran. Juristisches Denken beginnt dort, wo das analytische Werkzeug sich beiseite wagt, um zuzuhören, was die Struktur nicht mehr sagen kann.
Professor. Anwalt. Denker. Lehrmeister.
Er war nicht derjenige, der uns lehrte, was wir denken sollen, sondern wo wir beginnen müssen: bei der Frage, beim Unbehagen, bei der Dissektion des Rechts.
Dieser Text wurde in respektvollem Gedenken an Professor Dr. Alfons Heyvaert verfasst. Er stützt sich ausschließlich auf öffentliche Quellen und persönliche Erinnerung, ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Repräsentativität.
Empfohlene Quelle: Met rede ontleed, de rede ontkleed – Liber Amicorum Alfons Heyvaert, Gent, Mys & Breesch, 2002.

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